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Nationalsport Nr. 1 bringt Exportchancen

Das niederösterreichische Unternehmen Zehetbauer Fertigrasen zählt seit über 35 Jahren zu den führenden Sportrasenanbietern Europas. Ein für das Unternehmen wichtiger Exportmarkt ist die Türkei. Geschäftsführer Mag. Michael Berlin erzählt im Interview, worauf es ankommt, um dort erfolgreich zu sein. 

Seit wann ist Zehetbauer Fertigrasen in der Türkei aktiv?
Unsere ersten Projekte – fünf Sportplätze – realisierten wir bereits 2000 und 2001. Danach wurde es etwas ruhiger, ehe wir den türkischen Markt gemeinsam mit ecoplus International erneut aufrollten. Wir haben jetzt wieder sehr gute und starke Partner vor Ort, das stimmt uns für weitere Projekte optimistisch.

Was waren damals die Beweggründe für den türkischen Markt bzw. hat die derzeitige politische Situation Auswirkungen auf Ihr Geschäft?
Die politische Situation ist für uns kein Thema. Fußball ist Nationalsport Nummer 1 und es wird sehr viel in diese Sportart investiert. Das kommt uns natürlich gelegen und macht den Markt lukrativ.

„Das Wichtigste sind langjährige Partner vor Ort“

Nach all den Projekten, die Sie bislang umgesetzt haben. Welche Tipps haben Sie für „Türkei-Neulinge“?
Das Wichtigste aus unserer Sicht sind langjährige Partner vor Ort. Das sind Geschäftskontakte, die man sich über Jahre hinweg aufbaut und wo das Vertrauen von beiden Seiten zu 100 Prozent gegeben ist. Auch bei uns waren Netzwerkkontakte, die wir aus der Zusammenarbeit in unserem Geschäftszweig „Gartengestaltung“ hatten, ausschlaggebend für unser erstes Rasen-Projekt in der Türkei.
Zusätzlich – aber ich denke, das ist selbstverständlich – muss das Produkt überzeugen. Der USP muss auch wirklich ein Alleinstellungsmerkmal sein. Mit unserem erdfreien Rasen heben wir uns zum Beispiel von der Konkurrenz ab. Wir waschen vor der Lieferung die Erde vom Rasen ab. Somit wiegt ein Quadratmeter statt 25 nur noch 12 Kilogramm und wir sparen bei der Auslieferung auch mehr als die Hälfte der Lkws – nicht nur ein erheblicher Kostenfaktor, sondern auch positiv für die CO2-Bilanz.

„Wir setzen auf die Zusammenarbeit mit unseren Partnern, weniger auf die Masse an Messebesuchen“

The next lap? Welche Ziele hat sich Zehetbauer Fertigrasen für die Türkei gesetzt?
Türkei ist für uns ein sehr wichtiger Markt. Wir arbeiten derzeit mit wenigen, aber dafür sehr, sehr guten Partnern zusammen und wollen gemeinsam weitere Projekte realisieren. Wir haben nicht die Absicht auf möglichst viele Messen zu gehen, um dort unser Produkt zu präsentieren, sondern vertrauen auf die Zusammenarbeit mit unseren Partnern. Primär geht es um die Ausstattung von Fußballstadien oder Trainingsplätzen. Das Projektgeschäft dafür ist im Norden bzw. Nordosten der Türkei. Im Süden sind Golfplätze potenzielle Geschäftschancen.

Abseits der Türkei, welche Projekte haben Sie sonst international am Radar?
Ein Prestigeprojekt ist die Fußall-Weltmeisterschaft 2018 in Russland. Es werden 120 Plätze neu gebaut, einige – sei es nur Trainingsplätze – auszustatten, ist erklärtes Ziel. Netzwerkkontakte und Partner vor Ort sind auch hier wichtig. Erfahrung, was Großveranstaltungen betrifft, konnten wir bereits bei der EM in Österreich sammeln.

Was ist anders?
Es muss sehr schnell gehen. Diese Schnelligkeit steht im krassen Gegensatz zu jener Vorlaufzeit, die unser Rasen benötigt, um auch den Anforderungen eines Fußballrasens gerecht zu werden. Zwischen Anbau und Ernte vergehen ca. 1,5 Jahre. Darum haben wir bereits Reserveflächen angemietet, um für den Fall des Auftrages startklar zu sein. Denn der Markt ist heiß umkämpft, die Konkurrenz ist groß.

Zurück in die Türkei: Die Umsetzung wie vieler Stadien oder Trainingsplätze haben Sie sich in den nächsten Jahren zum Ziel gesetzt?
Wir hoffen, dass wir in der Türkei pro Jahr 2-3 Fußballstadien mit unserem Rasen ausstatten dürfen. Ein paar Trainingsplätze on Top würden uns nicht unglücklich machen.

Eine abschließende Frage: Gibt es einen Club, für den Sie gerne das Stadion mit Zehetbauer Fertigrasen ausstatten würden?
Entweder Beşiktaş, Galatasaray oder Fenerbahçe. Aber das ist wie so oft im Fußball eine Glaubensfrage.

Über Zehetbauer Fertigrasen
Das niederösterreichische Unternehmen Zehetbauer Fertigrasen beschäftigt 50 Mitarbeiter und zählt seit über 35 Jahren zu den führenden Sportrasenanbietern Europas. Viele Fußballclubs vertrauen auf die hervorragende Qualität des Rasens. Oft im Einsatz ist das Spezialprodukt „Stadion erdfrei“. Dieser Rasen steht für höchste Ansprüche sowie schnellste Verwurzelung und gewährleistet optimale Drainage und bessere Bespielbarkeit nach Regen.

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