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Interview mit Herrn Hermann Freudenstein

Headgreenkeeper im Hartl Resort von Bad Griesbach, 13.09.2011

Reinhard Zehetbauer:  Herr Freudenstein, Sie sind einer der erfahrensten Greenkeeper im deutschen Sprachraum und sind im Hartl Resort von Bad Griesbach für insgesamt 129 Golf-Spielbahnen verantwortlich. Ihre Meinung ist uns deshalb sehr wichtig! Sie vertrauten heuer bereits zum zweiten Mal nach der Renovation des Golfplatzes Uttlau im Jahr 2007 auf unsren erdfreien Greenrasen und belegten wieder alle 18 Grüns des Brunnwies-Platzes mit Penn-A4 Soden. Was waren Ihre Gründe für diese Entscheidung?

Hermann Freudenstein:  Erstens wirtschaftliche Aspekte. Wir haben die Erfahrung aus dem Golfplatz Uttlau, dass es in den ersten 4 Jahren zu keinerlei Einwanderung von Fremdgräsern gekommen ist. A4 und die anderen neuen Sorten sind weitgehend resistent gegen Winterkrankheiten, wodurch sie sehr stressresistent sind. Das ist bei den restriktiven Pflanzenschutzbestimmungen in Bayern von großer Bedeutung.  Zum wirtschaftlichen Erfolg trägt vor allem auch die Verkürzung der Sperrtage mit Fertigrasen bei, was uns heuer in Brunnwies ca. 90 Sperrtage erspart und geschätzte 45.000 € Mehreinahmen gegenüber der Ansaat gebracht hat. Dabei sind aber noch nicht die großen wirtschaftlichen Einflüsse auf die betriebseigenen Hotels und die Hotels und die Gastronomie der Umgebung mit eingerechnet. Das sind eigentlich die signifikantesten Auswirkungen, die aber nicht in Zahlen zu fassen sind. Wesentliche Mehreinnahmen können wir auch dadurch lukrieren, dass die neuen Greens früher und gesünder aus dem Winter starten, wodurch viele Greenfeespieler aus dem Voralpenland zu uns kommen.

Reinhard Zehetbauer:  Sind es auch Ihre Qualitätsansprüche, die zu dieser Entscheidung geführt haben?

Hermann Freudenstein: Das war ein sehr wichtiger Grund, der sich in einem enormen Marketing­effekt bemerkbar machte: Die Mehrzahl der Golfer spielt unheimlich gerne auf schönen Grüns in sattgrüner Farbe. Das hat dazu geführt, dass beim Eröffnungsturnier am 8. Mai alle hoch zufrieden waren, obwohl die Geschwindigkeit und Linientreue des Balles noch nicht optimal war. Dieser Marketingeffekt führte dazu, dass wir in Uttlau einen Zuwachs an Greenfeespielern von 15-20% verzeichnen konnten!

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