entspannt...

Rasenkrankheiten

Rotspitzigkeit (Laetisaria fuciformis)

Merkmale: Vor allem während der feuchten Jahreszeit bilden sich feine, rosafarbene Myzelflecken, Blattscheiden verkleben. Später entwickeln sich nadelartige, gabelig verzweigte Blätter mit korallenrotem Gewebe.

Behandlung: Verbessern Sie die Nährstoffversorgung – wir empfehlen vor allem Stickstoffdünger, kombiniert mit Kali- und Phosphatzugabe. Gute Bodendurchlüftung und nicht zu tiefer Schnitt können einer Ausbreitung wirksam vorbeugen.

Hexenringe (Marasmius oreadas, Hygrophoras ssp., Scleroderma ssp.)

Merkmale: Von einem einzelnen Punkt unter dem Boden aus wächst der Pilz kreisförmig und führt schließlich zu toten Ringen, die von stark wachsendem Gras gesäumt werden. Der Grund dafür: Pilzgeflecht hindert die Wurzeln an der Wasseraufnahme, der Abbau organischer Substanzen im Boden setzt Stickstoff frei und dies regt außerhalb der toten Zone zu vermehrtem Wachstum an. Hexenringe finden sich vor allem auf leichten, wenig fruchtbaren Sandböden.

Behandlung: Unter Umständen helfen ausgewogene Düngung und intensive Durchlüftung, auch Bodenaustausch kann notwendig werden. Reduktion der Bewässerung ist zu empfehlen: Halten Sie den Rasen eher trocken!

Blattfleckenkrankheit (Helminthosporium vagans)

Merkmale: Kleine, braune, ovale Flecken, deren innerer Kreis später weiß wird, treten zuerst an den Blättern und dann auf den Blatt-scheiden auf. Speziell Poa pratensis und gelegentlich auch andere Poa-Arten sind bei niedrigen Temperaturen und hoher Luftfeuchtigkeit anfällig!

Bekämpfung: Richtig düngen und höhere Mähhöhe wählen! Vertikutieren, um den Filz zu entfernen!

Schneeschimmel (Microdochium nivale)

Merkmale: Diese Rasenkrankheit ist vor allem bei Lolium perenne, Agrostis und Poa auf Sportplätzen und Golfgreens anzutreffen. Ab Herbst, aber vor allem nach der Schneeschmelze überzieht weißgraues oder rötliches Myzel die Pflanzen. Es zeigen sich kleine runde Flecken im Rasen, die sich unter Umständen bis zu einem Durchmesser von 300 mm ausdehnen können.

Bekämpfung: Kali-Gaben kräftigen die Zellwände der Pflanzen. Als Vorbeugung empfehlen wir Vertikutieren, und Aerifizieren. Achten Sie darauf, dass Düngung im Herbst nicht zu spät erfolgen sollte, vermeiden Sie ständige Nässe und gönnen Sie dem Rasen im Winter eine Belastungspause!

Rost (Puccinia spp.)

Merkmale: Rost tritt in verschiedenen Arten (Braun-, Gelb- oder Schwarzkronenrost) und hemmt durch langanhaltende Trockenheit das Wachstum. Auf den Blättern zeigen sich Pusteln in unter-schiedlichen Formen und Farben – vor allem bei Poa-Arten.

Behandlung: Sie können durch gute Kalk- und Stickstoffversorgung, reichlich Feuchtigkeit und in trockenen Sommern durch nicht zu tiefen Schnitt sowie häufiges Mähen vorbeugen. Vermeiden Sie Trockenheitsstress! Es gibt auch die Möglichkeit für gezielten Pflanzenschutz.

Schwarzbeinigkeit (Ophiobulus graminis)

Merkmale: Zunächst lassen sich kleine, eingesunkene Flecken von 50mm bis 100 mm Durchmesser feststellen, die eine ausgeblichene oder bronzeartige Verfärbung aufweisen. Im weiteren Verlauf sterben befallene Gräser ab, die betroffenen Stellen vergrößern sich. Vor allem Agrostis zeigt sich anfällig.

Behandlung: Vermeiden Sie starke Kalkung und einseitige Nährstoff­zugaben. Zugelassene Fungizide stehen derzeit nicht zur Verfügung.

Brown patch (Rhizoctonia solani)

Merkmale: Der Befall beginnt in aller Regel mit hellbraunen, rötlichen bis grauen Flecken von 5 bis 10 cm Durchmesser. Bei fortschreitender Entwicklung werden die Flecken größer und erreichen leicht eine Größe von 50 cm. Auf höher gemähten Rasenflächen kann der Durchmesser auch mehr als 1 Meter betragen.

Manchmal bildet der Erreger auch Ringe, so dass bei oberflächlicher Betrachtung eine Verwechslungsgefahr mit Fusarium blight oder auch Hexenringen besteht. Ein sehr guter Hinweis für Rhizoctonia solani ist der bei Tau erscheinende 2 bis 4 cm graublaue Ring am äußeren Rand der Flecken. Dieser „smoke ring“ ist jedoch selten zu beobachten.

Behandlung: Zur Vorbeugung gegen Rhizoctonia solani muss die Gräserpflege optimal gestaltet werden. Da die Ausbreitung vornehmlich bei feuchtem Pflanzenbestand erfolgt, ist auf einen möglichst trockenen Grasbestand zu achten. Das Abwedeln von Tau, eine restriktive Beregnung und eine gute Belüftung für ein rasches Abtrocknen sind hierfür geeignete Maßnahmen.

Gleichzeitig ist auf eine ausgewogene Nährstoffversorgung zu achten, bei der das die Gräser stärkende Kalium eine besondere Rolle spielt. Aber auch Stickstoff muss in ausreichender Menge vorhanden sein, damit die Gräser die entstandenen Schäden auswachsen können.

Anthracnose (Colletotricum graminicola)

Merkmale: Kleine unregelmäßige, maisgelbe Flecken, wirken häufig wie Trockenflecken. Der Bestand wird lückenhaft, auf den Blättern zeigen sich unter der Lupe schwarze Punkte mit dornenartigen Auswüchsen. Tritt über die gesamte Vegetationszeit auf, besonders bei Stresssituationen wie Nährstoffmangel, verdichteten Böden, Staunässe, Hitze, Trockenheit und bei Tiefschnitt.

Behandlung: Die Wachstumsbedingungen und das Nährstoffangebot müssen verbessert, Stressfaktoren müssen reduziert werden.

Dollarfleckenkrankheit (Sclerotinia homoeocarpa)

Merkmale: Gelblich verfärbte Flecken von 10 bis 15 mm Ø können sich bis zu 50 mm Ø vergrößern und gelblich-braun werden. Manchmal zeigt sich auch feines, weißes Myzel zwischen den Blattscheiden. Vor allem Agrostis und Festuca auf feinen Rasenflächen sind gefährdet, die Ausbreitung wird durch feuchtwarme Witterung (15° C bis 32° C) begünstigt.

Behandlung: Sorgen Sie für gute Bodendurchlüftung und gegebenenfalls Drainage. Zuviel Wasser - auch Tau - werden zum Problem! Beseitigen Sie Filzschichten. Rasen mit guter Stickstoffversorgung zeigen sich widerstandsfähiger!

Wurzelhalsfäule (Typhula incarnata)

Merkmale: Bei dieser Pilzerkrankung stellen Sie schwarz verfärbte und abgeschnürte Wurzelhälse fest, es zeigen sich abgestorbene Flächen mit grünen Blättern sowie Myzel (zunächst weiß, dann als graue, schleimige Masse).

Behandlung: Aerifizierung, Besanden, ausgewogene Nährstoffversorgung und richtige Beregnung beugen vor.

Mehltau (Erysiphe graminis)

Merkmale: Auf den Blättern zeigt sich feines weißlich- graues Myzelgewebe. Die Ursachen sind in N- Überdüngung, zu hohem Schnitt, feucht- kühler stagnierender Luft, Schattenlage und Staunässe zu suchen?

Behandlung: Mäßiges Düngen und Pflege! Versuchen Sie nach Möglichkeit, negative Einflüsse zu verändern.

Wurzelfäule (Pythium ultimum, Pythium graminicola)

Merkmale: Schleimig bis faulig wirkende Gräser bilden braune, unregelmäßige Flecken. Durch die Zerstörung der Wurzeln lassen sich die Pflanzen leicht herausziehen. Begünstigt wird die Wurzelfäule durch einseitige N-Düngung, hohe Temperaturen, Staunässe und hohe Luftfeuchtigkeit sowie auch durch Trockenheit.

Behandlung: Staunässe und anhaltende Feuchtigkeit muss verhindert werden. Sorgen Sie durch Vertikutieren, Bodenlockern oder Aerifizieren für eine bessere Durchlüftung des Bodens und geben Sie ein ausgeglichenes Nährstoffangebot.